Die Verschmelzung, oder eine unendliche Geschichte!

Schon lange waren sich der erste Vorsitzende der Braunschweiger Film Amateure e.V., in Folge BFA genannt, Erich Meyer und der erste Vorsitzende des Braunschweiger Schmalfilm- und Video Club e.V., in Folge BSVC genannt, Wolfgang Boye darüber einig, dass in den Vereinen etwas geschehen musste. Die Mitglieder schrumpften natürlich dahin.

Auch durch die Ausrichtung des Bundeswettbewerbes „Junger Film", vom BSVC ausgerichtet, konnte da keine Abhilfe schaffen. Die Mitglieder beider Vereine waren zwar zu den Veranstaltungen immer präsent, aber leider konnten aus den Gesprächen, die wir mit den jungen Zuschauern hatten, keine neuen Mitglieder für den einen oder den anderen Verein gewonnen werden. Auch zahlreiche Veranstaltungen ob Regionale, Landeswettbewerbe oder Veranstaltungen die beide Clubs betrieben um in der Öffentlichkeit bekannt zu werden, fruchteten in keiner Weise und brachte keine neuen Mitglieder.

Als dann der BSVC den Wettbewerb „Junger Film" an Rostock abtrat, war es soweit, dass wir intensiv über eine Vereinigung der beiden Vereine nachdachten.

Rolf Wilhelm, der zweite Vorsitzende des BSVC und Wolfgang Boye besuchten die BFA Filmfreunde und versuchten den Mitgliedern die freundliche Übernahme schmackhaft zu machen. Das gleiche versuchte Erich Meyer mit seinem zweiten Vorsitzenden Jürgen Zell bei den Clubabenden im BSVC. Berührungsängste hatten die Mitglieder untereinander nicht. Sie kannten sich ja teilweise schon von den oben durchgeführten Veranstaltungen.

Da die Filmfreunde der BFA den Mittwoch als Treffen über Jahre hinaus hatten und der BSVC sich immer Freitags traf, war noch eine Hürde zu überwinden. Schließlich wurde man sich aber einig und verständigte sich auf den Freitag, um das Wochenende mit einem Filmabend zu beginnen, gibt es etwas schöneres?

Nun musste nur noch das Prozedere der Vereinigung über die Bühne. Also, Vorhang auf für den ersten Akt. Erich Meyer hatte sich bei einem Notar erkundigt und nachgefragt wie so eine Vereinigung stattfinden kann. Da man freundliche und feindliche Übernamen in der Industrie zu Hauff hat, sollte das im Vereinsleben sicherlich auch möglich sein. So kam man darauf eine Verschmelzung beider Vereine herbeizuführen. Der Notar stellte einen Antrag auf Verschmelzung beim Amtsgericht Braunschweig und die beiden ersten Vorsitzenden der Vereine unterschrieben mit der Hoffnung, das dem Gesetz damit Genüge getan war.

Nach dieser Antragstellung kündigten die BFA Filmfreunde ihre Clubräume fristgemäß und kamen am 28. Februar 2006 zu den Filmfreunden des BSVC und baten um Asyl. Diesen Gag hatten sich die Filmfreunde des BFA fein ausgedacht.

So hatten wir den ersten schönen gemeinsamen Abend. Wir wären wahrscheinlich nicht so aufgekratzt gewesen, wenn wir geahnt hätten, was noch alles auf uns zu kommen sollte.

Der nächste Akt konnte beginnen. Es mussten von beiden Vereinen außerordentliche Mitgliederversammlungen einberufen werden und alle Mitglieder mussten mit der Verschmelzung einverstanden sein. So verlangte es das Amtsgericht Braunschweig. Also schritten wir zur Tat und ließen diese beiden Versammlungen stattfinden. Aber auch dieses reichte dem Amtsgericht nicht. Es mussten noch einmal Versammlungen stattfinden wobei der Notar anwesend sein musste. Er führte auch das Protokoll, was dann an das Amtsgericht Braunschweig weitergereicht wurde. Wer nun geglaubt hatte, das war alles um die Verschmelzung voran zutreiben, hatte sich geirrt.

Nun mussten alle BFA Mitglieder einzeln beim Notar erscheinen und mussten eine Verzichtserklärung unterschreiben. Außerdem verlangte das Gericht noch die Bilanzen der beiden Vereine aus dem Jahr 2005. All dies übersandte der Notar an das Amtsgericht Braunschweig.

Am 07. 02. 2007 kam dann vom Amtsgericht Braunschweig diese Nachricht:

Sonstige Rechtsverhältnisse:

Der Verein „Braunschweiger Filmamateure e. V." in Braunschweig (AG Braunschweig VR 2447) ist durch Verschmelzungsvertrag vom 26. 01. 2006 und Zustimmungsbeschlüsse der Mitgliederversammlung der beteiligten Vereine vom 16. 06. 2006 mit diesem Verein durch Aufnahme verschmolzen.

Wenn man bedenkt, wir haben diesen Antrag am 20. 02. 2005 gestellt, kann man nur sagen die Mühlen der Justitia mahlen sehr langsam. Fast zwei Jahre. Über die Kosten für diese Verschmelzung möchte ich kein Wort verlieren. Es würde jedem Leser die Tränen in die Augen treiben.

Eines haben wir, Erich Meyer und Wolfgang Boye, allerdings mit dieser Verschmelzung erreicht, dem BDFA ist kein Mitglied verloren gegangen.

Alle Mitglieder sind dem BSVC beigetreten und kommen nun Freitags um 20.00 Uhr zum Clubabend und läuten damit das Wochenende ein. Sollte mal ein Clubabend ausfallen, werden sicherlich einige Mitglieder nicht wissen, was sie mit dem freien Freitagabend anfangen sollen. So soll es auch sein, man soll den Club vermissen.

Sollten nun in der Landschaft des großen BDFA zwei Vereine sein die Gleiches vorhaben, wir stehen mit Rat und Tat zur Seite.


zurück unserer Startseite BSVC e.V.